Anfänge
Die Pflege und Betreuung kranker und verletzter Menschen begleitet uns schon seit der frühen Steinzeit. Die medizinischen Kenntnisse wuchsen mit der Weiterentwicklung der Zivilisation und der Bildung von sozialen Gemeinschaften. Erste Aufzeichnungen von Personen, welche abgesondert von der Gemeinschaft für die medizinische Versorgung der Kranken und Verwundeten zuständig waren, gibt es bereits im Jahr 1550 v.Chr. im alten Ägypten.
Herkunft der Begriffe „Patient“ und „Krankenpfleger“Patient:
Das Wort kommt aus dem lateinischen patiens (erduldend, erleidend) und wird seit dem 16. Jahrhundert verwendet.
Krankenpflege: Um 500 v.Chr. wurden im antiken Griechenland „Krankenaufseher“ ernannt, welche in Tempeln für die Kranken da waren. Der Krankenaufseher war kein ausgebildeter Arzt, sondern übernahm Aufgaben rund um die Betreuung und Beobachtung der Erkrankten Person und assistierte den Ärzten bei der Behandlung. Diese Krankenaufseher waren hauptsächlich männlich.
Weitere Entwicklung
Im römischen Reich war die medizinische Versorgung primitiv, dennoch strukturiert. Die Rollen waren strikt verteilt. Auf den Schlachtfeldern wurde den Soldaten die Erste Hilfe nahegelegt, in den Lazaretten übernahmen besser ausgebildete Männer und Ärzte die weitere Versorgung. In Sanatorien wurde die Erholung und Stärkung der Kampfkräfte bevorzugt. Somit kann man bereits Einteilung der Heilungsphasen und pflegerischen Ansätze erkennen: Lebensrettende Maßnahmen, Maßnahmen mit dem Ziel der Heilung, Rehabilitation und Stärkung. Spezielle Bereiche für die Pflege von Sterbenden sind noch Bestandteil der Religion.
Erst im Mittelalter nimmt die Krankenpflege als eigenständiges und definiertes Berufsbild Fahrt auf. Die ersten Schriftstücke wie das Lehrbuch von Jakob Oetheus und das Lehrbuch von Georg Detharding mit dem Titel „Der unterwiesene Kckrankenwärter“.
Klar definierte Aufgaben, Theorien, wissenschaftliche Texte und medizinische Erkenntnisse beginnen die Welt der Pflege zu wandeln. Zunehmend wird klar, dass ausgebildete Fachkräfte benötigt werden um den steigenden Bedarf an medizinischer Versorgung zu gewährleisten. Außerdem konnte mit Gründungen von Krankenpflegeschulen das geistliche Personal in Krankenhäusern unterstützt werden. Die Abgrenzung der Religion mit der Medizin dauert allerdings noch an.
Die Krankenschwester Florence Nightingale wird oft als Begründerin der modernen Krankenpflege bezeichnet. Sie lernte zwei Jahre unter Ärzten und in anderen Krankenhäusern, bis sie in Militärkrankenhäusern begann. Sie legte Wert auf eine saubere und geordnete Umgebung. Während des Krimkrieges (1853 bis 1856) führte sie Hygienepraktiken bei der Versorgung verwundeter Soldaten ein. Durch ihre Arbeit ging die Sterblichkeitsrate in den Militärlazaretten deutlich zurück. Außerdem legte Florence Nightingale den Grundstein für die professionelle Pflege. 1859 gründete sie die Nightingale School of Nursing am St. Thomas‘ Hospital in London. Für die Ausbildung gab es Standards und ein systematisches, wissenschaftlich fundiertes Curriculum. Die Absolventinnen der Nightingale School trugen ihr Wissen in die ganze Welt sowie in Pflegeschulen und -organisationen. Sie schrieb zudem zahlreiche Bücher über die Pflege, die zu Standardwerken wurden und die Pflegepraxis nachhaltig beeinflussten. Der nächste große Umschwung kam im Jahr 2004. Die Ausbildungsstunden wurden in den meisten europäischen Ländern angehoben und die offizielle Berufsbezeichnung wurde zu „Gesundheits- und Krankenpfleger“. Bereits seit 1960 gibt es den sogenannten Deontologischen Kodex, welcher die Professionalität und Integrität des Berufes darstellt. Die neueste Ausgabe ist aus dem Jahr 2025 (Stand: 2025).
Doch wie modern ist die Pflege wirklich?
Besonders in Bereichen der Intensivpflege und Pharmakologie wurden viele Veränderungen vorgenommen. Dies geschah zwangsläufig durch die enge Verbindung der Pflege mit der Medizin. Doch welche modernen Techniken und Neuerungen gibt es in den anderen Bereichen der Pflege?
Ein Blick in die Betreuung älterer Patienten oder Patienten mit Bewegungseinschränkungen zeigt, dass sich die Pflege dort in den letzten Jahrzehnten kaum verändert hat. Bettpfannen beispielsweise sehen seit dem Mittelalter noch gleich aus: ein Behälter mit einem Loch in der Mitte. Die Pflege stützt sich häufig noch auf altbewehrte Methoden, wobei die weitere Entwicklung der alltäglichen Pflegeutensilien eine große Erleichterung bringen könnte. Die alltägliche Körperpflege wird oft als unattraktives Feld der Pflege angesehen und besonders als wenig lukrativ. Gerade dieser Bereich ist jedoch für Pfleger, Patient und Angehöriger sowie für die Ärzte belastend und muss durch innovative Lösungen verbessert werden.
In einer Welt, wo künstliche Intelligenz bereits in Kühlschränke eingebaut wird und Roboter Treppen steigen können, sollte die Pflege nicht mit antiken Geräten arbeiten müssen.